Wasser ist das prägende Element der Bergregenwälder Ecuadors. Die extrem hohen Niederschlagsmengen werden nur zu einem Teil durch die Verdunstung ausgeglichen. Der große Rest steht für die Abflussbildung und die Entstehung von Flüssen zur Verfügung, die letztendlich den Amazonas speisen.
Zur Analyse des Wasserhaushaltes der Bergregenwälder Ecuadors betreibt die Forschergruppe 816 meteorologische und hydrologische Messstationen. Da die Vegetation Wasser aus Nebel und Wolken auskämmt, wird neben dem vertikalen auch der horizontale Niederschlag gemessen. Er kann an einigen Orten 35 Prozent und mehr des Gesamtniederschlags betragen. Chemische Untersuchungen des Niederschlags und satellitenbasierte Analysen großräumiger Windströmungen und Wolkenbewegungen zeigen, dass ein Großteil der verfügbaren Nährstoffe aus Vulkanaktivitäten in den Anden, Regenwaldbränden im Amazonas und Staubwinden aus der Sahara stammt. Um eine vollständige Wasser- und Nährstoffbilanz zu erstellen, werden hochauflösende Messungen des Abflusses, der Sedimentausträge und der im Wasser gelösten Nährstoffe durchgeführt. Entgegen der Annahmen der Forscher belegen Isotopenanalysen des Wassers, dass ein hoher Anteil des Abflusses aus dem Grundwasser stammt und somit ein Großteil der Niederschläge nicht oberflächig abfließt, sondern zunächst in die Tiefe versickert, bevor er abflusswirksam wird.
Die ecuadorianischen Anden zählen zu den artenreichsten Gebieten der Erde. Gleichzeitig weist Ecuador eine der höchsten Entwaldungsraten Südamerikas auf … Weiterlesen